Hallo und Humppa nach Deutschland,
Gefahren heute: 351km
Gefahren gesamt: 1893km
Heute liegt vor allem Strecke vor uns. Heute Morgen frühstücken wir noch einmal in unserer Doppelhaushälfte und genießen ein Frühstück mit Meerblick. Denn heute Abend werden wir die Küste verlassen haben und mehr ins Landesinnere abgebogen sein. Auch die Rücktour zurück nach Kapstadt bringt uns nicht noch einmal zurück ans Meer.
Dann geht es los auf die ca. 330km lange Fahrt nach Addo. Der Stadt direkt am Addo Elephant National Park. Dort haben wir für die nächsten drei Nächte unser Quartier und werden zweimal den National Park mit dem eigenen Auto durchfahren. So ist es zumindest angedacht.
Es war eine wirklich schöne Zeit hier an der See. Erst Recht mit dieser Aussicht. Das war ein wirklich schönes Runterkommen und Sich-Zeit-nehmen. Auschecken und dann gehts los.
Gestern Abend scheinen wir noch neue Nachbarn bekommen zu haben. Bei der Abfahrt steht jetzt ein Trailer mit zwei schönen alten Moppeds neben uns. Eine wirklich alte BMW und eine tolle alte Kawa. Ich finde die optisch immer richtig richtig toll. Nur Pflegen will ich das nicht.
Jetzt aber wirklich Abfahrt. Also erstmal lange Fahrt. Die Strecke an Plattenberg vorbei kennen wir ja nun schon auswendig. Dann nur noch immer weiter und weiter auf dem Küstenhighway. Gefühlt nimmt die Zahl der Autos ab. Keine Ahnung ob das auch stimmt oder nur eine Momentaufnahme ist.
Die Zahl der touristischen Attraktionen scheint auch abzunehmen. Ich glaube wie verlassen die touristischen HotSpots. Hier scheint vielleicht deswegen weniger los zu sein, weil hier die Leute nur noch einmal schnell durchfahren und dann das nächste Mal im Krüger National Park anhalten oder so.
Die Google Rechereche empfiehlt eine Käsefarm als toller Spot zum Mittagessen. Hier gibt es nämlich auch gerade nicht mehr viele Gelegenheiten um irgendwo eine Mittagspause zu machen. Wir biegen kurz ab und sehen dann vor Ort das Schild „Nur nach Absprache und Anmelden“. Schade. Es klang so toll. Eine Käsefarm. Kääääse. Schade.
Nächster und einzig verbleibender Stop ein kleines Cafe/Restaurant. Auch ein schöner Halt. Es gibt einen Garten und ein wirklich nettes kleines Cafe. Wir sind auch nicht die Einzigen. Die meisten Tische draußen sind besetzt. Touristen scheinen das aber nicht alle zu sein. Also zumindest keine ausländischen. Ich glaube auch Niederländisch zu hören. Was hier also echte Niederländer sein könnten oder eben Einheimische die Afrikaans sprechen.
Tatsächlich läuft unsere Bestellung auf Englisch nicht mehr ganz so glatt wie sonst. Es gibt viel Akzent in der Verständigung. Jeder fragt mehrfach nach. Ein Gericht bekommen wir dann auch zweimal. Hat also alles nicht ganz so gut geklappt. Hier ist also schon deutlich mehr Afrikaans als bisher auf der Strecke.
Auf der Fahrt weiter kommen wir dann irgendwann zu einer Maut-Station. Scheinbar muss man hier für einen Abschnitt der Autobahn bezahlen. Als wir an der Reihe sind werden wir durchgewunken. Wir haben so eine kleine Box an der Scheibe. Gehört das hier zu einem Mautsystem? Haben wir jetzt gerade schon bezahlt? Ich habe keine Ahnung. Bei der Entgegennahme des Autos hieß es nur, dass wäre der Preis, wenn keine Strafzettel oder Maut hinzukäme. Aber da war kein kein weiterer Hinweis zu einem Mautsystem, also habe ich auch nicht weiter nachgefragt. Das werden wir dann bei der Abgabe des Wagens sehen.
Wir kommen auch durch ein paar Baustellen. Auch hier gibt es wieder die Fahnenschwenker. Hatte ich davon schon erzählt? Wenn bei uns eine Baustelle kommt, dann gibt einen Kilometer vorher ein Warnschild mit dem orangen Blinklicht „Achtung, es kommt eine Baustelle“. Hier haben die da eine Person für, die da steht und eine Fahne schwenkt. Oder eben nicht. Dann sitzen die schon mal am Straßenrand und machen nichts. Dieser Job erschließt sich mir nicht.
Heute ist ja auch Sonntag. D.h. auf den Baustellen arbeitet sonst keiner. Aber die Verkehrsführung ist heute trotzdem besetzt. D.h. es stehen eben diese nicht ambitionierten Fahnenschwenker dort. Und auch Baustellen-Ampeln kennen die hier nicht. Da gibt es auf jeder Seite eine Schranke und ein kleines mobiles Buswartehäusschen. Da sitzen dann Leute drin und die beiden Enden der Baustelle unterhalten sich per Funkgerät. Und machen die da manuell die Schranke auf, wenn eine Ladung Autos durch ist. Die Crew muss hier dann halt auch am Wochenende sitzen.
Kurz vor Port Elisabeth, oder seit 2021 offiziell Gqeberha, biegen wir endgültig ins Landesinnere. Wir fahren nicht mehr in die Stadt sondern fahren durch ein paar Vorstädte, z.B. Uitenhage (Kariega). Bzw. eine Vorstadt ist das schon nicht mehr. Eine größere eigenständige Stadt vor den Toren, die wir hier einmal auf dem günstigsten Wege queren.
Hier haben wir dann auf jeden Fall das weiße Südafrika endlich verlassen. Noch bevor wir nach Kariega hineinfahren kommen wir auch hier wieder an einem riesigen Feld von Blechhütten vorbei. Blech an Blech. Aber auch hier wieder die meisten mit Satellitenschüssel auf dem Dach. Links und Rechts davon ist aber auch kein Grün mehr. Büsche, Dornen und viel mehr Sand. Trockene Vegetation.
Je weiter wir fahren desto trockener wird hier alles. Die Büsche werden kleiner und immer weniger grün. Irgendwie fühlt sich das immer mehr nach Afrika an.
Doch eine Kurve später wird es mit einem Schlag dann doch wieder deutlich grüner. Wir sind scheinbar mitten im Zentrum für Zitrusplantagen gelandet. Hier sind ganze Landstriche unter riesigen Netzen bedeckt. Scheinbar um die Früchte vor Fressfeinden zu schützen. Hier stehen jetzt auch immer wieder riesige Hallen und Betriebe die hier scheinbar die Früchte verarbeiten und in die Welt schicken. Hier kommt ganz sicher auch das ein oder andere Gewächs mal in unseren Supermarkt.
Dann kommen wir irgendwann in unserem Appartment an. Wir werden erwartet. Es ist ein kleines, verstecktes Anwesen. Man fährt von der Hauptstraße noch 2 Kilometer durch den Busch über Schotter. Dann steht hier ein Restaurant und ein paar Gebäude mit den Zimmern. Alles auf einer Anhöhe. Direkt hinter dem grünen Rasen geht es den Hügel runter. Unten läuft der Fluss entlang, der hier für eine grüne Aussicht sorgt.
Die Unterkunft ist schon sehr schön. Immer noch nicht so großartig, wie das was wir damals in Namibia hatten, aber wir werden es sicher sehr gut haben hier. Eine schöne kleine Sitzgelegenheit draußen und ein toller Ausblick ins Grüne. Auf dem Rasen steht eine Futterschale für die Vögel. Die lassen sich dort in Scharen nieder. Rote. Gelde. Große und Kleine. Ein tolles Treiben und eine tolle Einstimmung für Morgen, wenn wir in den Nationalpark fahren. Da kann man hier schon mal das Teleobjektiv vorwärmen.
Wir fahren nochmal in den lokalen Supermarkt. Da merkt man schon, dass man nicht mehr in Hermanus ist. Keine Hochglanz-Regale mehr. Eine große Auswahl zwischen Produkten gibt es eigentlich nicht. Viele Regale sind auch einfach leer. Nicht-weiße sind hier in der Mehrheit. Man fällt mehr auf als Tourist. Freundlich sind trotzdem alle.
Zum Abendessen wollten wir eigentlich ins Restaurant neben unserem Appartment. Es gehört vermutlich dem gleichen Besitzer, da beides hinter dem gleichen Haupttor ist. Wir müssen also nur 3 Minuten über dem Rasen rüber gehen. Es stehen drei Paare vor dem Tresen in dem sonst sehr großen Raum mit vielleicht 20 leeren Tischen. Ein Tisch ist belegt. Aber wir bekommen keinen Tisch mehr. Es sei alles ausverkauft für heute.
Irgendwie haben wir aber auch keine große Lust mehr sonst irgendwo hin zu fahren. So viele Gelegenheiten gibt es auch hier nicht, das wäre also mit einer kleinen Reise verbunden. Wir bleiben und essen, was wir an Brot und Aufschnitt zum Frühstück gekauft haben und genießen die Aussicht im Garten.
Dann ab zu Bett. Morgen haben wir einen Tag voller Tiere im Addo Elephant Park. Ich freue mich schon sehr. Gute Nacht.
cheers.
Sebastian


